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„Die Architektur folgt dem pädagogischen Konzept, nicht umgekehrt.“
Tagung zeigt innovative Ansätze für die Gestaltung von Schulräumen
Kaiserslautern. Wie schafft man es, dass Kinder, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte zusammen die Räume der Schule den ganzen Tag nutzen können, sich dort wohlfühlen und eine zeitgemäße pädagogische Nutzung möglich wird? Dieser Frage gingen über 100 Teilnehmende bei der Tagung „Wo Bildung Raum bekommt – Gemeinsam Räume im Ganztag neu denken“ der Regionalagentur Kommunales Bildungsmanagement in Kaiserslautern nach.
Bettina Brück, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz machte in der Eröffnung deutlich, dass der Wandel im Schulbau in Rheinland-Pfalz bereits begonnen hat. „Mit der neuen Schulbaurichtlinie setzen wir pädagogische Konzepte an erste Stelle und fördern den Schulbau auf der Basis von Flächen statt Räumen. Das schafft die notwendige Flexibilität für die Umsetzung innovativer Lernkonzepte“, so Brück. „Rund 200 Schulen habe das Pädagogische Landesinstitut in diesem Sinne bereits beraten. Viele Schulen in Rheinland-Pfalz haben sich bereits auf den Weg gemacht, neue Lernformen in neuen, offenen Lernräumen zu erproben, zum Beispiel in unserer Landesinitiative, Schule der Zukunft'.“
Jessica Heide, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes setzt ebenfalls auf zukunftsfähig Lernlandschaften. „Schule ist heute weit mehr als ein Ort des Lernens – sie ist ein Lebensraum. Nur dort, wo sich Schülerinnen und Schüler wirklich wohlfühlen, können sie wachsen und ihre Stärken entfalten. Dafür brauchen wir moderne Räumlichkeiten, die nicht nur funktional sind, sondern neue Formen des Lernens ermöglichen: Räume, die Zusammenarbeit fördern, Rückzug erlauben, Kreativität anregen und die auch im Ganztag nachhaltig genutzt werden können. Diese Entwicklung gelingt nur gemeinsam. Pädagogisches Personal, Schulträger, Planungsteams und Politik müssen Verantwortung teilen und zusammenarbeiten, damit aus unseren Schulen Orte werden, die Bildung stärken, Gemeinschaft leben lassen und Zukunft eröffnen“, so Heide.
Dr. Meike Kricke, Vorständin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft machte in ihrer Keynote klar, warum Raum und Pädagogik zusammengedacht werden müssen, um den steigenden Raumbedarf zur Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung zu decken. Bisher würden Unterrichts- und Klassenräume sowie Betreuungsräume häufig getrennt voneinander genutzt. Gleichzeitig gebe es nur ein begrenztes räumliches Angebot. „Ein integriertes Nutzungskonzept ermöglicht es, mit geringen baulichen Maßnahmen wie Durchbrüchen oder Transparenzen, einem neuen Brandschutzkonzept und einer veränderten Möblierung die vorhandenen Flächen besser zu nutzen - mit vielfältigen Optionen für eine zukunftsgerichtete Pädagogik“, erläuterte Meike Kricke.
Katja Wolf, Leiterin der Regionalagentur fasste zusammen, was allen Aspekten der Schulraumgestaltung innewohnt: „Heute hat sich in vielen Impulsen und Diskussionen gezeigt: Kooperation ist der Schlüssel, wenn es darum geht, Räume für den Ganztag zu schaffen oder umzuwandeln. Zwischen Lehrkräften, pädagogischem Personal, Schülerinnen und Schülern, zwischen Pädagogen, Architekten und Verwaltung. Das kommunale Bildungsmanagement kann bei der Organisation und Koordination eines solchen Prozesses eine wichtige Rolle spielen“, so Wolf.
Benjamin Koltermann
Teamleitung Kommunikation und Veranstaltungen