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Landkreis Bernkastel-Wittlich stellt Weichen für gelingende Integration durch Bildung

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich will die Koordination von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte verstärken und seine Unterstützungsstruktur weiterentwickeln. Hierzu haben sich der Landkreis und die Transferagentur RLP-SL auf eine Zusammenarbeit verständigt.

Bildtext: (v. li.) Silke Meyer (Koordinierungsstelle Flüchtlingshilfe), Landrat Gregor Eibes, Dr. Katja Wolf (Leiterin der Transferagentur), Nina Scholtes (Kommunale Beratung) Foto: Jessica Trogler

Landrat Gregor Eibes unterzeichnet Zielvereinbarung mit der Transferagentur Rheinland-Pfalz – Saarland

Wittlich. Der Landkreis Bernkastel-Wittlich will die Koordination von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte verstärken und seine Unterstützungsstruktur weiterentwickeln. Hierzu haben sich der Landkreis und die Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz – Saarland auf eine Zusammenarbeit verständigt. Landrat Gregor Eibes und Dr. Katja Wolf, Leiterin der Transferagentur, unterzeichneten eine entsprechende Zielvereinbarung. Der Landkreis bemüht sich des Weiteren um die Einwerbung eines Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, welches die Finanzierung einer Stelle zur Bildungskoordination für Neuzugewanderte auf zwei Jahre sicherstellen kann.

Mit der Flüchtlingsarbeit in der Erstaufnahmeeinrichtung in Wittlich habe man gute Erfahrungen gemacht, sagte Eibes bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarung. Wirkliche Integration beginne aber erst bei der Ankunft der Neuzugewanderten in den Kommunen. Angesichts der hohen Zuwanderung im vergangenen Jahr hat man im Landkreis Bernkastel-Wittlich bereits im Oktober 2015 eine Koordinationsstelle Flüchtlingshilfe eingerichtet, um die Integration der Neuzugewanderten bestmöglich zu unterstützen und verschiedene Hilfsangebote besser zu vernetzen.

„Für eine gelingende Integration ist die Sprache natürlich der Kernpunkt“, sagte Eibes weiter. Für Silke Meyer, als zentrale Ansprechpartnerin im Landkreis für die Koordination der Flüchtlingshilfe zuständig, ist daher die Herstellung von Transparenz über die zahlreichen Angebote für Geflüchtete besonders wichtig. Ziel sei es, bestehende Angebote besser nutzbar zu machen und die Netzwerkarbeit der vielen Anbieter im Kreis zu vertiefen. „Man muss voneinander wissen, um Neuzugewanderten passende Angebote vermitteln zu können und die Maßnahmen aufeinander abzustimmen“, so Meyer.

Aus Sicht der Transferagentur bietet das Förderprogramm des BMBF dem Landkreis gute  Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit mit der Transferagentur im kommunalen Bildungsmanagement. Die Notwendigkeit ämterübergreifender Planung sowie die Einbindung freier Träger und Ehrenamtlicher, um die Bildungsangebote für Flüchtlinge im Landkreis zu koordinieren, werden langfristig Synergien in der kommunalen Bildungsarbeit des Kreises schaffen, ist sich Wolf sicher.

Die geschlossene Vereinbarung legt zunächst Ziele für die Koordination im Bereich der Integration durch Bildung fest. Die Transferagentur unterstützt den Kreis künftig bei der Weiterentwicklung bestehender Netzwerkstrukturen. Auch bei der Entwicklung von Handlungsstrategien und Maßnahmen, um den Zugang Neuzugewanderter zu Sprachkursen und Ausbildungsangeboten zu optimieren wird die Agentur dem Kreis zur Seite stehen.

Eine zentrale Aufgabe der Koordinierungsstelle wird  es sein, neuzugewanderte Familien mit Kindern über das deutsche Schul- und duale Ausbildungssystem zu informieren. „Für Familien verursacht die Frage nach den Bildungschancen der Kinder großen Stress. Um diesen Erfolgsdruck von den Kindern zu nehmen, bedarf es Anstrengungen, die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems und mögliche Aufstiegschancen für Neuzugewanderte verständlich zu machen“, sagte Gregor Eibes.

Zur erfolgreichen Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sei die Aufklärung der Partner aus der Wirtschaft ebenso notwendig, so Meyer. Man müsse erklären, wie Verfahren ablaufen und Wartezeiten zustande kommen, um Unternehmen zu überzeugen. Eibes verdeutlicht: „Beide Seiten, sowohl die Lehrlinge als auch die ausbildenden Betriebe, brauchen eine intensive Begleitung, um interkulturelle Hürden abzubauen und Abbrüche zu vermeiden.“ Von der größeren Transparenz und der Informationsarbeit zur Aufklärung über mögliche Bildungswege könnten darüber hinaus auch andere Gruppen profitieren.

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