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Pressemitteilung |

Lebenslanges Lernen: Kreis Mayen-Koblenz stellt Weichen für kommunales Bildungsmanagement

 

Landrat Dr. Alexander Saftig unterzeichnet Zielvereinbarung mit Transferagentur Rheinland-Pfalz-Saarland

Koblenz. Der Landkreis Mayen-Koblenz will die Bildungslandschaft in Mayen-Koblenz umfassend stärken. Ziel sind enger vernetzte Bildungseinrichtungen aller Art, um die Weiterbildung, die Fachkräftesicherung sowie die  Bildungserfolge für Geflüchtete in einer „integrierten Bildungslandschaft“ zu verbessern.

Mit der Transferagentur RLP-SL hat der Landkreis eine Vereinbarung geschlossen, um sämtliche Bildungseinrichtungen systematisch zu erfassen und zu vernetzen. Für Landrat Dr. Alexander Saftig eine zwingende Notwendigkeit: „Wir dürfen als Kreis nicht die 21 Schulen in unserer Trägerschaft betrachten, sondern müssen die ganze Bildungslandschaft im Blick haben: Wie können die Einrichtungen so kooperieren, dass wir dem Informations- und Bildungsbedürfnis unserer Gesellschaft und den Anforderungen der Gegenwart gerecht werden? Das ist eine zentrale Frage.“
Neben den 21 Schulen des Kreises gibt es weitere 80 in unterschiedlichen Trägerschaften. In der Zielvereinbarung mit der Transferagentur wird Bildung jedoch deutlich umfassender gesehen: Sie reicht von der sprachlichen Frühförderung in Kindertagesstätten und Erwachsenenbildung (VHS, Weiterbildung, Internet) bis hin zu Fragen des Übergangs von Schule in Ausbildung, Beruf oder Studium. Stichworte wie „Lebenslanges Lernen“, „Mediale Kompetenzen“ und „Lernen im Alter“ können dabei ebenso eine Rolle spielen, wie die Erfordernisse der Schulsozialarbeit bis hin zu Hightech-Lösungen wie altersgerechten Assistenzsystemen, die gewisse Kompetenzen erfordern.
Dem Landrat ist schon lange ein Dorn im Auge, dass der Kreis Millionen in seine Schulen investiert – und die Jugendlichen nach dem Abschluss in andere Regionen abwandern: „Wir brauchen eine ganze Palette von Maßnahmen, damit junge Menschen hier eine Perspektive sehen und auch unserer Wirtschaft als gut ausgebildete Arbeitskräfte vor Ort erhalten bleiben.“ So wird die Wirtschaftsförderung des Kreises nach ihrer großen Unternehmensbefragung ein „Jugendmonitoring“ durchführen, um mehr über die Bedürfnisse der Schulabgänger und Absolventen zu erfahren. Fachkräftesicherung ist hier ein Stichwort. Gleiches gilt für die Verzahnung der Weiterbildungseinrichtungen. Ganz akut will der Kreis auch für die Bildungsangebote für Neuzugewanderte eine feste Struktur erarbeiten, um eine schnellere und bessere Integration zu ermöglichen.

„Für eine bessere Vernetzung und Koordination aller relevanten Bildungsträger im Landkreis Mayen-Koblenz möchten wir zunächst die zentralen Bildungs-akteure innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung in einem Workshop zusammenbringen und gemeinsam schauen, wo wir ansetzen können. Jedes Thema und die dazu bestehenden Angebote werden beleuchtet und weitere Bedarfe ermittelt, um anschließend eine differenzierte Empfehlung erarbeiten“, erklärt Dr. Katja Wolf, Leiterin der Transferagentur. Spezifische Qualifizierungsangebote werden insbesondere Mitarbeitende in der Verwaltung bei der Wahrnehmung neuer Aufgabenbereiche unterstützen: „Wir wünschen uns, dass die Bildungsangebote aufeinander abgestimmt werden und die Einrichtungen umfassend kooperieren.“ Ein wichtiger Fokus liege auch auf dem Projekt „Kommunale Bildungskoordinatoren für Neuzugewanderte“.

Nachdem die Kommunen des Kreises in einer ersten Phase die Aufgabe hatten, die schnelle Unterbringung und Erstversorgung der Flüchtlinge zu organisieren, gilt es nun, die Neuankömmlinge beim Einstieg in Kita, Schule, berufliche wie allgemeine Weiterbildung durch Orientierungs- und Beratungsangebote zu unterstützen. „Hier kann der Landkreis eine übersichtliche und passgenaue Unterstützungsstruktur schaffen“, so Wolf.

 

Und auch der Landrat betont, dass die Bildungskoordinatoren Akteure und Netzwerke in der Region identifizieren, die Zusammenarbeit untereinander und nicht zuletzt mit der Verwaltung vereinfachen. Für Katja Wolf ist klar: „Nur wenn man über die bestehenden Angebote Bescheid weiß, kann man passende Kurse und Maßnahmen ermitteln und Lücken identifizieren.“ Die höhere Transparenz sei in allen Bereichen wichtig: „Für die Orientierung der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis über vorhandene Weiterbildungsangebote bis hin zur Anwerbung von Fachkräften für die Wirtschaft.“

 

Kosten entstehen dem Kreis nicht: Die Leistungen der Transferagentur sind Teil eines Bundesprogramms für ein stärkeres „Kommunales Bildungsmanagement“.

 


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