Teil 2: Aufgaben und Rolle als Bildungsmonitorer:in
Ihre Aufgaben und Rollen als Bildungsmonitorer:innen
Als Bildungsmonitorer:innen ist die Arbeit an den Zahlen ein wichtiger, aber auch nur ein vorbereitender Bestandteil Ihrer Rolle. Ihr Ziel ist es, durch gute Kommunikation und durch die strategisch weitsichtige Einbindung von Daten in kommunale Prozesse, Planungen und Entscheidungen auf ein starkes, datenbasiertes Fundament zu stellen.
Dazu gehört neben Geschick im Umgang mit Daten auch die Fähigkeit zur Kommunikation mit Stakeholdern, der Aufbau von Netzwerken und die Bereitschaft, sich in die Besonderheiten der vielfältigen Bildungsfelder einzuarbeiten und die Finger am Puls der Entwicklungen Ihrer Kommune zu haben.
Verschränken Sie wo immer möglich Themen, Bildungsbereiche und Daten, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Tipps für die Praxis
- Formulieren Sie für sich möglichst konkret aus, wie Sie Ihre Rolle als Bildungsmonitorer:in verstehen.
- Finden Sie in Gesprächen heraus, welche Erwartungen Ihre Vorgesetzten, Kooperationspartner:innen oder andere kommunale Planer:innen an Sie haben.
- Kommunizieren Sie die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, damit Sie diese Erwartungen erfüllen können.
Zum Thema
Netzwerke und Kooperationsstrukturen des Bildungsmonitorings
Auch als Bildungsmonitorer:innen sind Sie auf ein Netzwerk von Kooperationspartner:innen angewiesen, um ihre Aufgaben erfüllen. Genau wie ihre Kolleg:innen im Bildungsmanagement ein Netzwerk aufbauen, um Bildungsprojekte umsetzen, müssen Sie ein Netzwerk aufbauen, um Zahlen und Daten wirksam werden zu lassen. Zu diesem Netzwerk gehören alle Personen in der Kommunalverwaltung, der Agentur für Arbeit, Kammern und vielen anderen Bildungseinrichtungen, die Zugriff auf Daten haben und ihnen den Zugang zu diesen Daten ermöglichen können. Dazu gehören natürlich auch die Bildungsakteure, die in Ihrem Schwerpunkt aktiv sind.
Der gute Kontakt zu datenerhebenden Stellen ist auch wichtig, um Schritt für Schritt die Qualität der Daten zu verbessern, die Erhebung neuer Merkmale zu ermöglichen oder Probleme in der Datenerhebung oder Datenaggregation zu beheben.
Als Bildungsmonitorer:innen interpretieren Sie Daten nicht alleine, sondern nutzen das handlungsfeldspezifische Fachwissen ihrer Kolleg:innen, um Daten zu Informationen zu verwandeln, die handlungsleitend sind. Sie benötigen Einblicke in den Kontext, Erhebungsmethodik und Fallstricke in den Daten, damit Sie die Daten richtig interpretieren können.
Vernetzen Sie sich mit anderen kommunalen Fachplaner:innen. Schaffen Sie eine gemeinsame Datenbasis, gemeinsame, integrierte Planungen und Prozesse / Kontakte zur kommunalen Spitze.
Gerade wenn Sie mit personenbezogenen Daten arbeiten möchten, brauchen sie die Unterstützung Ihres kommunalen Datenschutzbeauftragten. Auch bei nicht durch die DSGVO geschützten Daten ist es sinnvoll durch frühe Einbindung und gute Dokumentation sich Rückendeckung durch Ihren kommunalen Datenschutzbeauftragten zu holen, um mit Bedenken gegen die Weitergabe von Daten konstruktiv umgehen zu können.
Um im Aufbau einer Datenbasis kooperieren zu können, braucht die Kommune als lernende Organisation eine gut verteilte Datenkompetenz. Hierzu wurde vom BBSR eine Broschüre zu Datenkompetenz in Kommunalverwaltungen veröffentlich.
Tipps für die Praxis
- Legen Sie eine Mindmap Ihrer potentiellen Netzwerkpartner:innen und ihrer Funktion für das Bildungsmonitoring an.
- Überlegen Sie für alle Netzwerkpartner:innen, welchen Mehrwert Sie von einer Kooperation mit Ihnen haben.
- Denken Sie auch darüber nach, wie Sie die Kooperation zum Scheitern bringen könnten – das hilft dabei, genau das zu vermeiden.
Sebastian Müller
Kommunale Beratung